Anregungen von Papst Franziskus

 

In unseren Städten und Dörfern gibt es mutige und schüchterne Menschen, gibt es missionarische und schlafende Christen. Und es gibt die vielen, die auf der Suche sind, auch wenn sie es sich nicht eingestehen. Jeder ist gerufen, jeder ist gesandt. Aber es ist nicht gesagt, dass der Ort dieses Rufs nur das Pfarrzentrum ist. Es ist nicht gesagt, dass sein Moment notwendig die gemütliche Pfarrveranstaltung ist. Der Ruf Gottes kann uns genauso erreichen am Fließband und im Büro, im Supermarkt, im Treppenhaus, also an den Orten des alltäglichen Lebens.

An die österreichischen Bischöfe

 

Das ist der Höhepunkt des Evangeliums, es ist die Frohe Botschaft schlechthin: Jesus, der Gekreuzigte, ist auferstanden! Auf dieses Ereignis gründen sich unser Glaube und unsere Hoffnung: Wäre Christus nicht auferstanden, würde das Christentum seine Bedeutung verlieren; die gesamte Mission der Kirche hätte keinen Antrieb mehr, denn von dort ist sie ausgegangen und von dort geht sie immer neu aus. Die Botschaft, welche die Christen der Welt überbringen, ist diese: Jesus, die menschgewordene Liebe, ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben, aber Gott, der Vater, hat ihn auferweckt und ihn zum Herrn über Leben und Tod gemacht. In Jesus hat die Liebe über den Hass gesiegt, die Barmherzigkeit über die Sünde, das Gute über das Böse, die Wahrheit über die Lüge, das Leben über den Tod. 

20.4.2014

 

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16). Wir sagen uns: Er ist für mich. Auch, wenn ich der einzige Mensch auf Erden wäre, hätte er dies getan. Er hat es für mich getan. Für mich, danke Jesus, für mich. Wenn alles verloren scheint und niemand mehr übrig bleibt oder der Hirte erschlagen wird und die Schafe der Herde zerstreut werden (vgl. Mt 26,31), wird Gott mit der Kraft der Auferstehung einschreiten. Die Auferstehung Jesu ist nicht das freudige Ende einer schönen Geschichte, sondern das Eingreifen Gottes, des Vaters, an dem Punkt, an dem die menschliche Hoffnung bricht; in dem Augenblick, in dem alles verloren scheint, im Moment des Schmerzes, in dem viele Menschen gleichsam das Bedürfnis verspüren, vom Kreuz herabzusteigen, liegt der Augenblick, der der Auferstehung am nächsten ist. Die Nacht wird am finstersten bevor der Morgen anbricht, bevor das Licht beginnt. Im finstersten Augenblick greift Gott ein und feiert Auferstehung.

16.04.2014

 

Der Herr ruft auch heute! Der Herr geht auf den Wegen unseres alltäglichen Lebens. Auch heute, in diesem Augenblick, hier, geht der Herr über den Platz. Er ruft uns, mit ihm zu gehen, mit ihm für das Reich Gottes zu arbeiten, in den »Galiläas« unserer Zeiten. Jeder von euch denke daran: Der Herr geht heute vorbei, der Herr blickt auf mich, er schaut auf mich! Was sagt mir der Herr? Und wenn einer von euch den Herrn sagen hört: »Folge mir nach«, dann soll er mutig sein und mit dem Herrn gehen. Der Herr enttäuscht nie. Spürt in eurem Herzen, ob der Herr euch ruft, ihm nachzufolgen!

Wir wollen uns von seinem Blick, von seiner Stimme erreichen lassen ud ihm nachfolgen! »Damit die Freude aus dem Evangelium bis an die Grenzen der Erde gelange und keiner Peripherie sein Licht vorenthalten werde« (vgl. ebd., 288).

Angelus, 27.1.2014

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Pazifikküste, Costa Rica.Foto: Maria Fischer, Siegburg, Deutschland