Schlüssel in der Tonne

 

Eine intensive Arbeitswoche im Kongresszentrum unserer Firma am Hauptsitz in Frankreich ist zu Ende. Koffer gepackt, Mietwagen startklar, in drei Stunden geht der Flieger, Abschlussbesprechung, alles so weit gut gelaufen. "Und den Schlüssel lassen Sie einfach in der Tür Ihres Appartements stecken", lächelt der Chef mich an. "Da steckt er ja sicher schon."

Automatischer Griff in die Hosentasche. Da ist er nicht. Handtasche. Auch nicht. Ja, da steckt er sicher, sage ich, das fehlt noch, dass ich den Schlüssel mitschleppe.

Ich gehe zum Appartement. Da steckt natürlich kein Schlüssel in der Tür. Im Zimmer selbst auch nichts. Ich hab ja früh schon alles gepackt, Bett abgezogen, Müll weggetragen, Fenster geschlossen.

Runter zum Auto, Koffer auf. Alles Wühlen hilft nichts, da ist kein Schlüssel. Laptoptasche auf, vor lauter Panik fällt die Hälfte des Inhalts in den Kofferraum. Bloß ein Schlüssel ist nicht dabei. Warum haben die hier auch so eine teure Schließanlage und mir auch noch den Schlüssel zum Haupttor gegeben?

Lieber Gott. Wo kann ich den Schlüssel gelassen haben? In zwei Stunden geht der Flieger.

Lass mich ruhig werden.

Müll.  Mülltonnen. Die standen draußen, weil heute Müllabfuhr ist. Und ich hab mich noch geärgert, dass die gerade durch war und ich also meinen Müllbeutel irgendwie unproduktiv in die leere Tonne werfen musste, die da draußen stand.

Inzwischen stehen die Mülltonnen wieder drinnen an Ort und Stelle. Ich gehe hin, mache eine nach der anderen auf, und da liegt meine Mülltüte und darunter schaut ein hellgrünes Schlüsselband hervor...

Ich fische den Schlüssel raus, stecke ihn in die Tür meines Appartements... und ab zum Flughafen. Ich habe den Flieger noch bekommen.