Anregungen von Papst Franziskus

Die Beziehung des Herrn mit seinem Volk ist eine persönliche Beziehung, immer, von Person zu Person. Er ist der Herr und das Volk hat einen Namen, es ist nicht ein Dialog zwischen dem Mächtigen und der Masse. Es ist ein persönlicher Dialog. Im Volk hat jeder seinen Platz. Aber der Herr spricht einfach so mit den Menschen, niemals mit der Masse. Er spricht einen immer persönlich an, mit dem Namen. Er wählt einen persönlich aus. In der Schöpfungsgeschichte wird uns das deutlich: Der Herr schafft den Menschen und gibt ihm einen Namen, Adam. So beginnt die Beziehung von Gott und Mensch. Und da ist noch etwas anderes: Eine Beziehung Gottes mit uns, den Kleinen: Gott, der Große, und wir Kleinen. Wenn der Herr die Menschen wählt, auch sein Volk, dann wählt er immer die Kleinen.“ (Messe in Santa Marta, 21.1.2014)

 

Alle wissen wir das: Unser Vater wird niemals müde zu lieben und seine Augen werden nicht müde, wenn er auf den Weg nach Hause blickt, um zu sehen, ob der Sohn, der weggegangen ist und verloren war, zurückkehrt. Wir können von der Hoffnung Gottes sprechen: Unser Vater erwartet uns immer, er lässt nicht nur die Tür für uns offen, sondern er erwartet uns. Er nimmt Teil an diesem Warten auf die Kinder. Und dieser Vater wird genauso wenig müde, den anderen Sohn zu lieben, der, obwohl er immer bei ihm im Haus geblieben ist, dennoch seine Barmherzigkeit, sein Mitleid nicht teilt. Gott ist nicht nur der Ursprung der Liebe, sondern er lädt uns in Jesus Christus ein, seine Art zu lieben nachzuahmen: »Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben« (Joh 13,34). In dem Maße, in dem die Christen diese Liebe leben, werden sie in der Welt zu glaubwürdigen Jüngern Christi. Die Liebe kann es nicht ertragen, in sich selbst verschlossen zu bleiben. Von ihrer Natur her ist sie offen,

 

Die Vergebung, die Gott uns gibt, ist nicht das Löschen eines Kontos, das wir bei ihm haben – die Vergebung, die Gott uns gibt, sind die Wunden seines Sohnes am Kreuz, hoch am Kreuz. Lassen wir uns zu ihm hinziehen, und lassen wir uns heilen. (Santa Marta, 8.4.2014)

 

So ist das Herz unseres Vaters, so ist Gott: er wird nicht müde, er wird nicht müde! Und er hat dies über viele Jahrhunderte hinweg genau so gemacht, so oft das Volk sich auch von ihm abwandte... Unser Gott ist ein Gott, der wartet. Seit diesem Nachmittag im Paradies, an dem Adam das Paradies mit einer Strafe und einem Versprechen verlassen hat. Der Herr ist treu geblieben, und so hat er auf uns alle gewartet. Er ist der Gott, der immer auf uns wartet.“ Das ist unser Vater, der Gott, der auf uns wartet. Immer. ‘Aber, Vater, ich habe viel gesündigt, ich weiß nicht, ob er zufrieden sein wird’. ‘Aber versuche es doch wenigstens! Wenn du die Zärtlichkeit dieses Vaters kennenlernen willst, geh‘ zu ihm hin und versuch‘ es, und dann erzählst du mir davon‘. Der Gott, der auf uns wartet. Gott, der wartet und Gott, der vergibt. Er ist der Gott der Barmherzigkeit: Er wird nicht müde zu vergeben. Wir sind es, die müde werden, um Vergebung zu bitten, aber er wird nicht müde. Siebzig Mal sieben: Immer. Vorwärts mit der Vergebung! Vom Gesichtspunkt einer Firma her ist die Bilanz negativ. Gott verliert immer: Er verliert in der Bilanz der Dinge, aber gewinnt in der Liebe. Und das, weil er der Erste ist, der das Gebot der Liebe erfüllt. Er liebt, er kann gar nichts anderes. (8.03.2014)

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