Worte von Pater Kentenich

„Wenn wirkliche Gottesliebe so ganz mein unterbewusstes Seelenleben erfasst hat, was geht dann für eine Ruhe von mir aus! Und wie viele Menschen brauchen heute diese abgeklärte Ruhe! Sie brauchen nicht viel Beredsamkeit, sie brauchen vorgelebtes göttliches Leben, vorgelebte schlichte, unbefangene Reinheit.“ (Pater Josef Kentenich, Kindsein vor Gott, Vallendar-Schönstatt 1979, S. 465)

 

„Das spüren Sie ja, wir brauchen jetzt nicht nur schlechthin ein Gottesbild, das wir solide festhalten, auch nicht nur das Bild des gerecht liebenden Vatergottes, sondern das Vaterbild des barmherzigen Vaters. Das dürfen wir gar nicht übersehen: wir alle, zumal die Älteren von uns, was haben wir nicht alles an Leid in unserem Leben schon durchgemacht! Und wie schwach sind wir vielfach physisch, moralisch, religiös! Wenn wir jetzt nicht das Bild des Vatergottes als des barmherzigen Vatergottes vor Augen haben, und wenn nicht auch das Kindesbild gewandelt ist, etwa als das Bild des schwachen, des erbärmlichen Vaterkindes, dann werden wir alle mit der Zeit gottesflüchtig werden, weil wir das Leben nicht mehr meistern können.“ (Pater Josef Kentenich, Vortrag am 30. Oktober 1966, in: Bündnis mit dem Vatergott, Neuwied o.J., S. 61.)

 

„Aber in der heutigen Zeit erlebt der Mensch sich so ungemein schwach und hilflos. Da versteht man, dass der liebe Gott die Absicht hat, sein Herz besonders unter dem Gesichtspunkt der Barmherzigkeit zu entschleiern. Es ist so, als wollte er der heutigen Menschheit sagen: Du bist erbärmlich, aber diese Erbärmlichkeit hindert mich nicht, dich zu lieben. Ja, umgekehrt: Gerade diese Erbärmlichkeit ist einer der Hauptbeweggründe für meine Barmherzigkeit.“ (Pater Josef Kentenich, Am Montagabend. Mit Familien im Gespräch, Bd. 5: Glauben an die barmherzige Vaterliebe Gottes, Vallendar-Schönstatt 2009, S. 258)

 Foto: Irene Ríos, Argentinien