Anregungen von Papst Franziskus

 

Darum sagen wir zu allen: »Kommt her und seht!« In jeder menschlichen Situation, die von der Hinfälligkeit, der Sünde und dem Tod gekennzeichnet ist, ist die Frohe Botschaft nicht nur ein Wort, sondern sie ist ein Zeugnis ungeschuldeter und treuer Liebe: Sie bedeutet, aus sich herauszugehen, um dem anderen entgegenzukommen; sie bedeutet, dem nahe zu sein, der vom Leben verletzt ist; sie bedeutet, mit dem zu teilen, dem das Nötige fehlt; sie bedeutet, bei dem zu bleiben, der krank oder alt oder ausgeschlossen ist… „Kommt her und seht!“: Die Liebe ist stärker, die Liebe schenkt Leben, die Liebe lässt in der Wüste die Hoffnung erblühen.

20.04.2014

 

Allen, denen ihr begegnet, könnt ihr die Freude vermitteln, vom Vater Vergebung zu empfangen und die volle Freundschaft mit ihm wiederzufinden. Und ihr werdet ihnen sagen, dass unser Vater auf uns wartet, dass unser uns Vater vergibt, noch mehr: dass er ein Fest veranstaltet. Wenn du mit deinem ganzen Leben zu ihm gehst, auch mit deinen vielen Sünden, dann feiert er ein Fest, statt dich zu tadeln: so ist unser Vater. Das müsst ihr sagen, vielen Menschen sagen, heute. Wer die Barmherzigkeit Gottes erfährt, fühlt sich dazu gedrängt, bei den Letzten und den Armen zum Urheber von Barmherzigkeit zu werden. In diesen »unseren geringsten Brüdern« wartet Jesus auf uns (vgl. Mt 25,40). Empfangen wir Barmherzigkeit und schenken wir Barmherzigkeit! Gehen wir ihm entgegen, und wir werden das Osterfest in der Freude Gottes feiern!

28.03.2014

 

 

Wir dürfen uns nicht an die Situationen der Erniedrigung und des Elends gewöhnen, die uns umgeben. Ein Christ muss reagieren.

Tweet vom 3.4.2014

 

Der Glaube ist nicht ein bloßes kulturelles Erbe, sondern ein Geschenk, eine Gabe, die aus der persönlichen Begegnung mit Jesus und der freien und freudigen Annahme des neuen Lebens, das er uns anbietet, wächst. Das verlangt unermüdliche Verkündigung und dauernde Anregung, damit der Gläubige kohärent ist mit der Natur des Kindes Gottes, die er in der Taufe empfangen hat. Einen echten Glauben wecken und lebendig zu halten wirkt sich günstig aus auf die Vorbereitung auf die Ehe und die Begleitung der Familien, deren Berufung es ist, ursprünglicher Ort des Zusammenlebens in Liebe, Urzelle der Gesellschaft, Vermittlerin des Lebens und Hauskirche zu sein, wo sich Glaube festigt und lebt. Eine evangelisierte Familie ist wertvoller Träger der Evangelisierung, besonders im Ausstrahlen der Wunderwerke, die Gott in ihr gewirkt hat.

An die spanischen Bischöfe, 3.3.2014

 

Das weite Herz verurteilt nicht, sondern verzeiht, vergisst, weil Gott meine Sünden vergessen hat; Gott hat meine Sünden vergeben. Das Herz weiten. Das ist schön! Seien wir barmherzig. Barmherzige Männer und Frauen haben ein großes, weites Herz: sie verzeihen den anderen immer und denken zuerst an ihre eigenen Sünden. Aber hast du nicht gesehen, was der und der getan hat? – Ach, ich habe schon genug mit dem, was ich selber angerichtet habe, ich mische mich da nicht ein... Das ist der Weg der Barmherzigkeit, um den wir uns bemühen sollen. Wenn wir alle diese Einstellung hätten – alle Völker, die Menschen, die Familien, die Stadtviertel –, wie viel Frieden wäre dann in der Welt, wie viel Frieden in unseren Herzen! Denn die Barmherzigkeit ist der Weg zum Frieden. Denkt immer daran: Wer bin ich, dass ich urteile? Wir müssen uns schämen und das Herz weiten. Möge der Herr uns diese Gnade geben.

Santa Marta, 17.3.

 

Man kann nicht an einen unbeweglichen Christen denken: ein Christ, der sich nicht bewegt, erkrankt in seiner christlichen Identität. Ein Christ ist ein Jünger um zu laufen, um zu gehen. Der Herr sagt das ja ganz am Schluss, wie wir auch im Psalm gehört haben: Geht in die Welt hinaus und verkündet das Evangelium. Geht! Lauft! Das ist eine erste Haltung der christlichen Identität: laufen, und auch dann laufen, wenn es Schwierigkeiten gibt, über die Schwierigkeiten hinweg laufen… Der Christ läuft, und wenn es Schwierigkeiten gibt, läuft er darüber hinaus, um zu verkünden, dass das Reich Gottes nahe ist.


Santa Marta, 14.2.